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Auf den Spuren der deutschen Teilung

Hohe Grenzzäune, überall warnende Schilder, Schranken und hohe Türme, dazwischen eine mächtige, weiße Mauer – beim Besuch des Dorfes Mödlareuth am 20. Januar 2018 fühlte sich der Leistungskurs Geschichte 11 in die Zeit des geteilten Deutschlands zurückversetzt. Denn der kleine Ort, durch den vor einigen Jahren die innerdeutsche Grenze führte und damit Familien, Freunde und Nachbarn voneinander trennte, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine außergewöhnliche Geschichte weiterzugeben.

„Little Berlin“ (dt. „Klein-Berlin“), wie es die Amerikaner nannten, wurde ebenso wie sein großer Bruder zum Symbol der deutschen Teilung. In Mödlareuth gab es eine Mauer, aber keinen Checkpoint. Über 37 Jahre lang war es auf legale Weise nicht möglich, die Grenze zu überschreiten, um von den einen in den anderen Ortsteil zu gelangen. Hier war Sperrgebiet auf der einen und Besucherandrang auf der anderen Seite. Hier war es verboten, von Ost nach West zu winken oder zu grüßen. Jeglicher Kontakt zwischen den Bewohnern der beiden Seiten war strengstens untersagt.

Über diese besondere Dorfgeschichte erfuhren die Schüler anfangs bei einem Einführungsvortrag. Anschließend hatten sie die Möglichkeit, die teilweise noch im Original erhaltenen Grenzanlagen im Freigelände zu besichtigen, zu denen auch noch ein Stück der Mauer zählt. Darüber hinaus erfuhren Sie lebensnah erzählte Details vom Leben an der Mauer. Ebenso setzten sie sich anschließend anhand von Stasi-Akten mit dem Thema Flucht auseinander, dem einzig erfolgreichen Fluchtversuch in Mödlareuth überhaupt. Abgerundet wurde die Exkursion von einer Dauerausstellung, die anhand von Fotos, Archivalien, Objekten und erklärenden Texten die Geschichte Mödlareuths erläutert, und einer Fahrzeugausstellung, die über 30 historische Grenzfahrzeuge beider deutscher Staaten präsentierte.

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Damit endete diese außerordentlich spannende und lehrreiche Exkursion in dem kleinen Dorf Mödlareuth, das nach dem Mauerfall 1989 übrigens immer noch getrennt ist: Der westliche Teil des Dorfes gehört zum Freistaat Bayern und der östliche Teil zum Freistaat Thüringen. Eine Mauer gibt es aber zum Glück nicht mehr, nur noch die, die an die Zeit der totalen Abgrenzung erinnert.

Thomas Georgi

 


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