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Auschwitzfahrt 2018

Dass diese Fahrt prägende Erinnerungen hinterlassen würde, war schon von Anfang an klar gewesen. Trotzdem hatten wir vor unserer Studienfahrt nach Auschwitz vom 29.01. – 02.02. noch keine genauen Vorstellungen, welche Eindrücke uns erwarten würden. Am Montag, dem 29. Januar kamen wir gegen Mittag in unserem liebevoll eingerichteten Hotel in Oświęcim an. Unser Programm begann mit dem Besuch eines jüdischen Museums mit angrenzender Synagoge und einer anschließenden Führung durch die polnische Kleinstadt. Den nächsten Tag hatten wir mit einem mulmigen Gefühl erwartet. An diesem Vormittag besuchten wir zum ersten Mal in dieser Woche das Stammlager Auschwitz I, nur einen kurzen Fußmarsch von unserem Hotel entfernt. auschwitz1
Durch das allseits bekannte Tor „Arbeit macht frei“ betraten wir das stacheldrahtumzäunte Gelände. Die 28 Häuserblocks aus Backstein waren teilweise als Museum ausgebaut, das wir mit unserer Touristenführerin durchliefen. Einen Einblick in das Leben im Konzentrationslager zu erhalten, war sehr eindrucksvoll. Wir durften viele der Einrichtungen sehen, die den Gefangenen ein grauenhaftes Leben bescherten, beispielsweise Stehzellen in den Kellern sowie die „Todeswand“, wo täglich hunderte Menschen erschossen wurden. Tief beeindruckt hatten uns jedoch die Sammlungen persönlicher Gegenstände der Opfer, wie Schuhe, Kleidung, Geschirr oder Koffer. Und allem voran riesige Berge von Menschenhaar. All diese Sachen machten die rationalen Opferzahlen greifbar und schufen eine erlebbare Verbindung zu den Gefangenen. Am Abend konnten wir in Kleingruppen unsere Erlebnisse auswerten und verarbeiten. Am Mittwoch stand der Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau an. Dieselbe Touristenführerin wie am Vortag zeigte uns einige Einrichtungen auf dem Gelände. Aber selbst in den vier Stunden konnten wir nur einen Bruchteil des teilweise zerstörten Lagers sehen, da dessen Fläche riesige Ausmaße annahm. auschwitz2Wir bekamen die bekannte „Rampe“ gezeigt, auf der die Menschen in Viehwaggons ankamen und kurz darauf erfuhren, ob ihr Leben sofort oder erst ein wenig später enden würde. Die Krematorien waren bei unserem Besuch nur noch in Trümmern erhalten, die Baracken jedoch noch teilweise original aus der Zeit des 2. Weltkriegs. So hatten wir die Möglichkeit, eine ansatzweise Vorstellung über das Leben in Birkenaus Baracken zu erhalten, was von Hunger, Kälte, Krankheiten, Enge und mangelnder Hygiene geprägt war. Am Ende dieses Besuchs waren wir persönlich sehr froh, diesen trostlosen Ort wieder verlassen zu dürfen. Am Nachmittag wurde uns die Möglichkeit gegeben eine Kunstaustellung im Stammlager zu besuchen, die allerdings nicht öffentlich war. Diese Galerie zeigte in Auschwitz entstandene Kunstwerke, welche uns nochmal einen zusätzlichen Eindruck gaben. Am nächsten Tag hatten wir die Gelegenheit die zweitgrößte Stadt Polens zu besichtigen. Zunächst bekamen wir in Krakau freie Zeit zur Verfügung und fuhren dann mit dem Bus in ein Krakauer Museum. Dort wartete ein beeindruckendes Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Lidia Maksymowicz auf uns. Es war sehr eindrucksvoll einen Menschen zu treffen, der das Grauen von Auschwitz überlebt hat. Sie hat den geschichtlichen Fakten, die wir in den letzten Tagen hören durften, Persönlichkeit gegeben und uns ihr Leben in dieser schrecklichen Todesangst unmittelbar vor Augen geführt. Am Freitag, dem 02. Februar und somit auch Tag der Abreise bekamen wir noch einmal Zeit für den persönlichen Abschied von den Eindrücken der letzten Tage. Dafür gingen wir ein letztes Mal in das Stammlager und legten unseren Kranz an der „Todeswand“ nieder. Am Mittag machten wir uns, um einige Erfahrungen reicher, auf den Heimweg.

(Vivien Gregor, Lena Kummer, Klasse 9)


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