• Schule

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Schulkonzeption

Evangelisches Gymnasium Leukersdorf

Biblisches Motto (Joh. 14, 6)
Jesus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.


Präambel

Getragen von der Vision, dass auf der Grundlage christlicher Werte zukunftsträchtige Schule verwirklicht werden kann und bewegt von dem Wunsch, unserer heranwachsenden Generation optimale Bildungschancen zu eröffnen, formulieren wir die folgenden konzeptionellen Gedanken.

Leitbild

Wir sehen eine Schule, die

    • Heimat für Schüler und Personal bietet
    • Kompetenz und Professionalität der Mitarbeiter verkörpert
    • Schülern ein breites Fundament für ihren beruflichen Werdegang legt
    • Chancen für weiterreichende persönliche Entwicklung eröffnet
    • Wissen und Kompetenzen vermittelt
    • lebendigen Glauben an Jesus Christus durch Beispiel und Liebe lebt
    • Christliche Werte vertritt und zu Toleranz erzieht
    • Schutz bietet und Freiheit ermöglicht
    • Leistungsbereitschaft entwickelt und fordert
    • zur Erhaltung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit anleitet
    • sich den ständig ändernden Herausforderungen durch die
      Gesellschaft auf der Grundlage der christlichen Werte stellt
    • nach den Unterrichtszeiten Gemeinschaft und Aktivitäten fördert
    • trotz sozialer Unterschiede Chancengleichheit ermöglicht
    • für alle Menschen unabhängig von Religion und Weltanschauung offen ist


Ziele

    • Ablegen des Abiturs in für den Schüler bestmöglicher Qualität
    • Umfassende Persönlichkeitsentwicklung
    • Vermittlung eines christlichen Welt-, Werte- und Lebensverständnisses in
    • Freiheit und Mündigkeit
    • Betrachtung naturwissenschaftlicher Zusammenhänge in Verbindung mit christlichem Glauben


Werte

Alle folgenden, uns besonders wichtigen Werte, haben ihre Grundlage in der Bibel, im Evangelium von Jesus Christus und in der christlichen Kultur des Abendlandes.

    • Biblisches Menschenbild
      Wir betrachten und achten jeden Menschen als originelles Geschöpf Gottes.
      So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie. (1. Mo 1, 27).

      Auf dieser Basis soll gegenseitige Achtsamkeit wachsen, die verhindern soll, dass Kinder aufgrund ihrer Eigenart gedemütigt oder abgelehnt werden.

    • Gegenseitige Achtung und Nächstenliebe
      Unabhängig der sozialen Herkunft und finanziellen Verhältnisse lernen alle Schüler an unserem Gymnasium unter gleichen Bedingungen. Durch die Vermittlung christlicher Werte sollen kameradschaftlicher Umgang untereinander wachsen und möglichem Prestigedenken der Boden entzogen werden. Die Nächstenliebe als prägender Wert beinhaltet gegenseitige Achtung, Anerkennung, Fürsorge, Rücksicht und Beistand. Achtung vor dem Anderen zu haben bedeutet, diesen so zu nehmen, wie er ist, mit all seinen Stärken und seinen Schwächen. Die Umsetzung beider Aspekte setzt ein enges Miteinander von Elternhaus und Schule voraus.

    • Ökumenische Offenheit
      Unsere Schule steht allen Heranwachsenden unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung offen. Voraussetzung ist die Akzeptanz, dass der Schulalltag von christlichen Werten und Anschauungen geprägt wird, diese im für alle Schüler verbindlichen Pflichtfach Religion gelehrt werden und die Ausbildung und Erziehung entsprechend den in dieser Konzeption formulierten Grundsätzen erfolgt. Wir legen Wert darauf, dass wir keinerlei religiösem Fanatismus in unserer Schule Raum geben.

    • Verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung
      Dem Menschen ist die Schöpfung zur Gestaltung und Bewahrung anvertraut. Sie besitzt über die Nutzung durch den Menschen hinaus in sich einen Eigenwert. Deshalb werden die Kinder an unserer Schule zu ehrfürchtigem Umgang mit Tieren, Pflanzen und unbelebter Natur angehalten. Diese Achtung erwarten wir ebenfalls gegenüber von Menschen geschaffenen, uns umgebenden Werten im täglichen Leben.

    • Wissenschaft und Glaube
      Als Folge der Aufklärung gibt es in Deutschland nach wie vor Spannungen zwischen wissenschaftlichem Erkennen und religiöser Sichtweise auf die Welt. Dabei geraten Verstand und Glaube immer wieder in Konkurrenz. Ein evangelisches Gymnasium hat die Chance, beide Dimensionen der Wirklichkeit zu versöhnen. Wenn es der Wissenschaft zufällt, die gesetzmäßigen Zusammenhänge der Welt zu erforschen und daraus konkrete Anwendungen abzuleiten, bleibt es dem Glauben vorbehalten, nach Sinn, religiöser Deutung und moralischen Prinzipien zu fragen. Die Schüler sollen lernen, beide Seiten verknüpfen zu können.

    • Soziale und ethische Verantwortung
      Den Blick zu schärfen für die Notwendigkeiten und Möglichkeiten, soziale Verantwortung zu übernehmen, betrachten wir als unumgänglich, um zunehmenden Tendenzen der Desozialisierung in der Gesellschaft entgegen zu wirken. Durch mehr Verantwortungsübernahme in inner- und außerschulischen Handlungsfeldern sollen Schüler die dafür erforderlichen sozialen Fähigkeiten erwerben. Das Einbringen dieser in den Alltag erfordert häufig Zivilcourage. Ethisch verantwortliches Handeln bedeutet zu erkennen, dass nicht alles, was möglich ist, auch erlaubt ist. Letztendlich geht es um die Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Dazu ist ein klares Wertebild erforderlich, das wir aus den zehn Geboten und aus dem Evangelium von Jesus Christus beziehen. Die Stärkung eines gesunden Selbstvertrauens sowie das Vorbild der Erwachsenen ist hierbei in besonderem Maße von Bedeutung.

    • Dienende Leiterschaft
      Führungsverantwortung bedeutet immer auch ein besonders hohes Maß an moralischer Verantwortung. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, künftige potenzielle Fach- und Führungskräfte auszubilden. Deren Führungsqualitäten sollen geprägt sein durch ein christliches Menschenbild, das ihnen u. a. durch das beispielhafte Verhalten der Pädagogen des Gymnasiums vermittelt werden soll. Dies erfordert engagierte Pädagogen, die sich auch außerhalb des Klassenzimmers Zeit für ihre Schüler nehmen, sich als Überbringer fachlicher und sozialer Kompetenzen sehen, und die Kerninhalte des Christentums durch lebendiges Beispiel verkörpern:
      Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst überhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden (Mt 23,3-12).

    • Respekt vor eigenen und fremden Schwächen
      Das Wissen, dass Gott uns trotz unserer Fehler und Schwächen annimmt, soll uns dazu befähigen, unseren Mitmenschen im täglichen Zusammenleben ebenso zu begegnen. Aus dieser Haltung heraus möchten wir die Schwächen Anderer respektieren, ohne die eigene Überlegenheit in den Vordergrund zu stellen und damit Menschen gering zu schätzen. Dies bildet eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung.

    • Standpunktbezogene Toleranz
      Die Schüler an unserer Schule sollen sich zu toleranten, weltoffenen Menschen und mündigen Bürgern entwickeln. Sie lernen, sich verantwortungs- und selbstbewusst in unsere demokratische und pluralistische Gesellschaft einzubringen. Dies beinhaltet, die eigene Meinung sachlich fundiert zu äußern, gleichfalls anderslautende Meinungen zu respektieren und in einen achtungsvoll geführten Dialog darüber zu treten. Toleranz endet jedoch dann, wenn der Rahmen, den die freiheitliche Grundordnung vorgibt und den unsere Konzeption konkretisiert, verlassen wird, bzw. wenn Toleranz eingefordert, aber nicht entgegengebracht wird.
      * Kommentar *

    • Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik
      Die Fähigkeit, Kritik als konstruktive Hilfestellung anzunehmen und zu formulieren, muss von allen Beteiligten eingebracht und ausgebaut werden. Die eigene Meinung erklären, hilft Missverständnissen vorzubeugen und bietet die Möglichkeit, gemeinsam einen Weg zu finden, eine Situation beim nächsten Mal besser zu bewältigen. Kritikfähigkeit in diesem Sinne ist somit ein Hauptbestandteil der Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft des Heranwachsenden.


Pädagogische Leitlinie

    • Vertrauen und Liebe schenken
      Ein Gymnasium ist naturgemäß eine Schule für leistungsstarke Kinder und Jugendliche. Sie verfügen über unterschiedliche Vorbildung, ihre eigene Persönlichkeitsstruktur sowie individuelle Begabungen. Sie sind geprägt von positiven und negativen Erfahrungen aus ihrer bisherigen Lebenszeit. Deshalb wird unser Gymnasium darauf achten, dass zuerst von den Lehrern und Angestellten vorurteilsfreie Annahme der Schüler praktiziert wird. Unter diesen Voraussetzungen sollen sie die Möglichkeit bekommen, Defizite anzugehen und zu überwinden sowie ihre Stärken zu entwickeln.

    • Erziehungspartnerschaft aufbauen
      Für die Qualität unserer Schule ist das Verhältnis zwischen Elternhaus und Schule von großer Bedeutung. Diese Erziehungspartnerschaft setzt gegenseitiges Vertrauen und Respekt voraus. Die Schule leistet dabei einen unterstützenden erzieherischen Beitrag. Die Formen einer solchen Partnerschaft können sehr unterschiedlich sein. Das sind z. B. ein wechselseitiger Austausch über die Entwicklung und Erziehung der Heranwachsenden innerhalb regelmäßiger Elterngespräche sowie Lehrersprechstunden und die Mitwirkung der Eltern an Projekten, Ausflügen und Festen. Die Kooperation zwischen beiden Seiten wird besonders wichtig, wenn es gilt, Probleme mit dem jeweiligen Schüler zu bewältigen und ihm zu helfen, Schwierigkeiten zu meistern.

    • Selbstwertgefühl stärken
      Die Stabilität der Basis für einen sicheren Umgang mit sich und der Umwelt hängt eng mit dem eigenen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zusammen. Sie wird in der Kindheit gelegt und hat in der Pubertät ihre kritischste Zeitspanne. Die schulischen Leistungen der Heranwachsenden, die Akzeptanz ihres Aussehens, Verhaltens und ihrer Fähigkeiten, die Beliebtheit bei Anderen und ihre Selbstbehauptung sind eng mit der Bejahung ihres eigenen Ichs verbunden. Mit der Stärkung ihres Selbstwertes wollen wir einen Beitrag zur Erweiterung wichtiger Eigenschaften wie Kontaktfreudigkeit, Offenheit, Gelassenheit und Lebensmut leisten. Den Heranwachsenden soll vermittelt werden, sich selbst wertzuschätzen, positive wie auch negative Bewertungen von Eigenschaften ihrer Person vornehmen und sich gestaltend verändern zu können. Selbstwertgefühl wächst auch an der Auseinandersetzung mit Kritik.

    • Selbstständigkeit fördern
      Wir begleiten am Gymnasium die Schüler auf ihrem Weg vom Kind zum Erwachsenen. Dabei sollen die Schüler mit zunehmender geistiger, moralischer und körperlicher Entwicklung schrittweise selbstständiger werden, mehr Rechte und Pflichten übernehmen und Verantwortungsgefühl entwickeln. Selbstständiges Denken und Handeln ist für die Übernahme von Verantwortung unverzichtbar.

    • Lernkompetenzen vermitteln
      Unsere Gesellschaft hat sich mit zunehmender Geschwindigkeit zu einer Informationsgesellschaft entwickelt. Zugang zu Informationen und deren schnelle, kritische Selektion aus einer großen Fülle von Quellen spielen eine immer größere Rolle. Außerdem ist es schon jetzt nicht mehr ausreichend, im Berufsleben auf die in der Schule und während der Ausbildung erworbenen Kenntnisse allein zu vertrauen, sondern lebenslanges, selbstständiges und effektives Lernen ist gefragt. Somit gilt es, die Schüler darauf vorzubereiten, ein Leben lang Wissen effektiv aufnehmen, bewerten, einordnen und anwenden zu können.

    • Lernen mit Herz, Hand und Verstand
      Wir wissen heute, dass Schüler am besten lernen, wenn alle Sinne und Gefühle angesprochen werden. Dabei kommt es vor allem darauf an, positive Emotionen zu aktivieren: Spaß, Begeisterung, Befriedigung von Neugier und Motivation. Eine selbstmotivierte Wissensaufnahme soll unsere Schüler befähigen, den Lehrstoff besser zu behalten und zu verstehen, sie beweglicher im Denken und im Handeln zu machen und selbstständig Lernstrategien zu entwickeln.

    • Verantwortung bejahen und übernehmen
      Unsere Schüler sollen lernen, die Folgen für eigene Handlungen zu tragen. Das Übernehmen von Verantwortlichkeiten durch die Schüler soll zum Schulalltag gehören. Innerhalb ihres Verantwortungsbereiches werden sie durch ihr Handeln auch mit den entsprechenden Konsequenzen in Gestalt von Erfolg und Misserfolg konfrontiert.

    • Leistungsschwächen überwinden - Fähigkeiten fördern
      Wir sehen Schule als Chance, Defizite anzugehen und die daraus entstehenden Leistungsschwächen zu beheben. Dies bedeutet, dass wir die Schüler dazu befähigen, eigene Grenzen zu erkennen und diese ohne Angst anzusprechen, ohne dadurch bloßgestellt zu werden. Unsere Schüler sollen lernen, sich mit zunehmender Selbstdisziplin Schwerpunkte zu setzen. Vorhandene Fähigkeiten sollen bei jedem Schüler erkannt und individuell gefördert werden, indem gezielt Situationen herbeigeführt werden, in denen die Schüler ihre besonderen Begabungen anwenden können, um ihnen Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und somit ihr Selbstvertrauen zu stärken. Bei gemeinsamen Aktivitäten nach dem Unterricht und durch abgestimmten Förderunterricht werden die Schüler gezielt unterstützt, um einerseits ihre besonderen Fähigkeiten auszubauen und andererseits Defizite und Schwächen abzubauen.

    • Gesunde Autorität bejahen
      Schule ist ohne Regeln und die Anerkennung der Autorität des Lehrers nicht lebensfähig. Wir wollen Leitlinien und Regeln festlegen, die das Zusammenleben in der Schule verbindlich bestimmen. Diese sind konsequent umzusetzen. Dabei achten wir auf Tugenden wie Disziplin, Ordnung, Fleiß, Sauberkeit und Pünktlichkeit. Hier ist das Zusammenwirken von Elternhaus und Schule von großer Bedeutung. Die Erziehung der Heranwachsenden ist nur als gemeinsame Aufgabe der Eltern und der Pädagogen zu bewältigen.

    • Dialog- und Konfliktfähigkeit aufbauen
      Schule ist als Lern- und Lebensort nicht frei von Spannungen. Um Konflikte gemeinsam zu lösen, sind aufmerksames Beobachten sowie Dialogbereitschaft erforderlich. Konfliktfähigkeit heißt für uns, dass Auseinandersetzungen gewaltfrei und in respektvollem Umgangston ausgetragen, selbstständig Lösungsansätze für Probleme gefunden und Kompromisse ausgehandelt werden.

    • Verknüpfung von Theorie und Praxis
      Schule steht in der Gefahr, Bildung einseitig als Wissensvermittlung zu verstehen. Außerdem sind praktische Aufgabenstellungen im Allgemeinen von einer Komplexität, die mit einem Fachgebiet allein nicht erfasst werden kann. Deshalb wollen wir darauf achten, dass angeeignetes Wissen mit Kompetenzen verknüpft und zur Anwendung geführt wird. Durch fächerübergreifendes Lernen, methodisch abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung und ergänzende Angebote möchten wir dafür die Basis schaffen.

    • Berufsorientierung
      Die Berufsvorstellungen der meisten Gymnasiasten sind sehr diffus. Hier sollen unter intensiver Einbeziehung der Elternschaft und anderer Experten regelmäßige altersgerechte Vorträge über die verschiedenen Berufsbilder und den Arbeitsalltag aufklären und somit helfen, die Berufsvorstellungen zu schärfen. Weiterhin sollen Exkursionen in Unternehmen dazu beitragen, die Arbeitswelt kennen zu lernen und Praxisbeispiele im Unterricht dazu dienen, den Sinn der einzelnen Lehrinhalte zu verdeutlichen.

    • Leistungsbewertung
      Grundlage der Bewertung und Zensierung an unserem Gymnasium bilden die Vorgaben des sächsischen Lehrplanes. Innerhalb dieser Rahmenvorgaben entwickeln wir unsere Bewertungsmaßstäbe. Die Eltern und Lehrer sollen bei der Anerkennung und Belobigung von Leistungen insbesondere den Anstrengungsgrad berücksichtigen, den ein Schüler bei der Bewältigung der gestellten Aufgabe aufbringen musste. Dabei achten die Pädagogen auf klare Vorgaben für angestrebte Leistungsziele, auf prozess- und ergebnisorientiertes Bewerten ebenso wie auf individuelle und nicht kollektive Bewertung, wobei der Schüler nicht bloßgestellt wird. Wir betrachten Fehler auf dem Weg des Lernens als Hilfe, um aus ihnen zu lernen und daraus einen Lernfortschritt zu erzielen.